#1 Ägyptische Mythlogie - Bast, Bastet, Pasht von Lilith 22.06.2020 23:57

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Zitat von Ligeia Romanova
Bastet ist ursprünglich die Lokalgöttin der Stadt Bubastis. Als Göttin der Fruchtbarkeit, Liebe und Freude, der Musik und des Tanzes wurde sie später in ganz Ägypten verehrt.

Bastet verkörpert sie die konstruktiven Eigenschaften der Sonnenkraft, im Gegensatz zu den destruktiven Aspekten die der Göttin Sachmet zugeschrieben werden ( obwohl Sachmeth auch als Göttin der Heilung gilt ). Bastet wurde zunächst löwengestaltig dargestellt; gegen Ende des Mittleren Reiches zeigt sie sich sie menschlich-weiblich mit einem Katzenkopf und übernimmt die Rolle einer schützenden, fruchtbarkeitsbringende Gottheit und zeigt sanftere Aspekte. Auf vielen Abbildungen trägt Bastet ein Sistrum in ihrer Hand.

Die Gestalt der Katzengöttheit Bastet geht wahrscheinlich auf Tefnut ( Tefnet ) zurück. Tefnut zählt zu den neun Schöpfergottheiten der heliopolitanischen Kosmogonie (Enneade von Heliopolis) Tefnut wird menschengestaltig mit einem Löwenkopf dargestellt oder in ihrem Hauptkultort, der „Löwenstadt“ Leontopolis löwengestaltig. Tefnuts Beschreibung entspricht aber mehr einer äthiopische Katze, denn einem Löwen. Wenn aber Zorn sie packt, verwandelt sie sich immer wieder in eine "wilde Löwin". Die Doppelseitigkeit ihres Wesens kommt auf einer Inschrift in Philae zum Ausdruck: "Als Sachmet ist sie zornig, als Bastet fröhlich". Da Tefnut löwenköpfig dargestellt wurde, wurde Bastet oft mit Sachmet verwechselt, welche den kriegerischen Aspekt von Tefnut darstellt. (Tefnut verteidigte ihren alternden Vater Ra gegen die Schlange Apep )

Bis in die Zeit um 1000 vor Christus verfügte die Katze wohl nicht über ihr späteresals pate für eine Gottheit zu stehen. Deshalb könnten die Altformen jenes Göttinnenaspektes löwenköpfig dargestellt sein. Beide, Sachmet, die grimmige Löwin, und Bastet, die sanftere Katze, sind in Tefnut vereint. Wie (fast) alle ägyptischen Göttinnen bleibt auch Bastets Charakter ambivalent, so kann ihre Milde und Sanftheit plötzlich in rasenden Zorn umschlagen, der sie eher mit der kriegerischen Sachmet assoziert.

Schon im Alten Reich wurde sie mit der Löwengöttin Sachmet (Sechmet, Sekhmet) in Verbindung gebracht und war anfangs wie diese von Löwengestalt. Auch mit Hathor, Mut und Tefnut verband man sie und sah in ihr eine Tochter der Sonne; ein „Auge des Ra“; später wurde sie als „Auge des Mondes“ bezeichnet. Die Bezeichnung "Auge des Ra" wurde Tefnut, Sekhmet, Bast und Hathor zugesprochen. Nachdem in späterer Zeit Bastet die Schwester von Horus war/wurde (So wie Bastet sich wahrsheinlich von Tefnut ableitet, könnte Horus die spätere Verehrungsform von Shu sein) und Horus mit der Sonne in Verbindung stand, brachte man Bastet mit dem Mond in Verbindung, sie erhielt den Beinamen "Auge des Mondes".


In späterer Zeit spaltete sich Tefnut wahrscheinlich in Sekhmet und Hathor (bzw. Bastet). Sekhmet stellte den kriegerischen, zerstörenden Aspekt dar, und wurde verehrt als die Beschützerin der Pharaonen. Der beschützende, lebensspendende Aspekt von Tefnut wurde später als Bastet verehrt.

Ebenso hineinverschmolzen wie Sekhmet ( sie galt als Göttin des Krieges, der Krankheit, aber auch der Heilung ) wurde Hathor. Hathor ist eigentlich eine uralte prädynastische Gottheit, welche teilweise in Isis überging und auch zum beschützenden, lebensspendenden Aspekt von Tefnut wurde. Viele der weiblichen, mütterlichen Eigenschaften der Bastet sind verwandt mit denen der Hathor , wenn nicht sogar identisch .

Ihre Verehrung kannte kaum Grenzen. Es wird von aufwändigen Trauerritualen berichtet: So war es üblich, daß sich ein Ägypter beim Tod seiner Katze zum Zeichen der Trauer die Augenbrauen abrasierte und den Körper des toten Tieres nach Bubastis trug. Der Katzenkörper wurde einbalsamiert und in Bubastis bestattet. In Bubastis wurden der Göttin zudem regelmäßig mumifizierte Katzenopfer dargebracht.

Im religiösen Kontext erscheint die Katze auf sogenannten Zaubermessern als Helferin des Sonnengottes, sie wird in den Pyramidentexten angerufen und beschützt in den Sargtexten den Verstorbenen.

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